Eine Stadt lernt sprechen

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Ein öffentliches Display, das eine Orientierungshilfe in New Yorks alltäglicher Informationsflut schafft

Um die mittlerweile überflüssig gewordene Telefonzelle wieder sinnvoll zu nutzen, interpretierte frog das Produkt um und schnitt es dabei maßgerecht auf die Bedürfnisse des modernen Bürgers zu. 

New York – eine Stadt, die niemals schläft, eine Stadt der Gegensätze, eine Stadt des stetigen Wandels. Mit acht Millionen Einwohnern und 50 Millionen Touristen pro Jahr hat die amerikanische Metropole ihren ganz eigenen Charme entwickelt. Menschenmassen, Hektik und Informationsflut stehen auf der Tagesordnung. Deshalb beauftragte die Stadt New York frog damit, zentrale Anlaufstellen für Informationen über die Stadt zu entwerfen und dadurch Ordnung in das alltägliche Chaos zu bringen. Die durch Mobiltelefone substituierte Telefonzelle sollte dafür neu interpretiert werden. Sie sollte zum einen in Notfallsituationen als zuverlässige Kommunikationsmöglichkeit dienen und gleichzeitig Einwohnern und Touristen bessere Informationen über New York anbieten. Das Resultat der Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern war Beacon.

Um die Anforderungen an eine öffentliche Kommunikationsschnittstelle besser zu verstehen, versetzten sich frogs Mitarbeiter in die Rolle von New Yorks Bewohnern und Touristen. Sie wollten herausfinden, welche Informationen für welche Zielgruppe relevant sind. Durch Interviews mit Passanten ermittelten sie, was die zukünftigen Nutzer wirklich benötigten und übersetzten die gewonnenen Erkenntnisse anschließend direkt in das Design von Beacon.

Das Erscheinungsbild von Beacon ist zweigeteilt. Der obere Bildschirm agiert passiv und dient je nach Bedarf beispielsweise zur Information über Notfallmaßnahmen, für Veranstaltungshinweise oder auch für Werbung. Das untere Display ist dagegen für die aktive Nutzung von Passanten vorgesehen.

frog stellte bei seinen Untersuchungen fest, dass viele Befragte aus hygienischen Gründen Vorbehalte gegen die Benutzung öffentlicher Touchscreens hatten. Das Produktdesign von Beacon umgeht diese Hürde, weil das Menü auch durch Sprache und Gesten bedient werden kann.
Doch wie kann eine sprachgesteuerte Menüführung in der New Yorker Geräuschkulisse funktionieren? Noch dazu in einer Stadt, deren Bewohner und Besucher mehrere hundert Sprachen und Dialekte sprechen? frogs Antwort lautet: Die Technik macht es möglich. Beispielsweise werden dank modernster Filter störende Geräusche eliminiert, sodass Beacons Menü ohne Probleme sprachgesteuert bedient werden kann. Mit Hilfe der neuesten Mikrofon- und Sensortechnologie können Benutzer beispielsweise gezielt nach relevanten Orten und dem Weg dorthin fragen (zum Beispiel: Wo ist der nächste deutschsprachige Arzt?). Ein weiteres, ausgefeiltes Detail des Designs ist die Spitze mit integrierten LED-Lichtern. Sie informieren über mögliche Evakuierungen und dienen gleichzeitig als Taxirufzentrale.

frog hat mit dem Beacon Projekt nicht nur eine Litfaßsäule und eine Telefonzelle zeitgemäß neu interpretiert, sondern auch ein innovatives Geschäftsmodell für die Stadt New York entworfen. Restaurants, die versteckt in den Häuserschluchten von New York liegen, können auffällige Werbeanzeigen auf dem oberen Teil des fast vier Meter hohen Displays schalten. Somit fungiert Beacon als regionaler Times Square im Kleinformat, der gezielt die relevante Zielgruppe in der jeweiligen Region anspricht.

Ende 2012 wurde Beacon von Vertretern der Stadt New York für die „beste visuelle Gestaltung und Benutzerfreundlichkeit“ ausgezeichnet. Was Beacon diesen Preis beschert hat? frogs unersättliche Liebe zum Detail. 

 

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    IDSA IDEA 2014
    Silver Award

 

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