EINE INFRASTRUKTUR FÜR WASSER

IMTFI
Reise für Wasser

Ein Weg zur Bereitstellung von sauberem Trinkwasser in den Slums von Indien

Um die Trinkwasserversorgung in Indien zu verbessern, reiste ein frog Team mit finanzieller Unterstützung vom Institute for Money, Technology and Financial Inclusion (IMTFI) durch das Land. Ziel der Expedition war es, die Infrastruktursysteme zu untersuchen und Lösungen zur Verbesserung der staatlichen Trinkwasserversorgung zu finden.

Seit einigen Jahrzehnten findet in Indien eine gigantische Migrationsbewegung von Dörfern in die Städte statt – und es ist kein Ende in Sicht. Der Weltbank zufolge wird die Stadtbevölkerung Indiens in den nächsten 20 Jahren um fast 60 Prozent ansteigen, von derzeit 380 Millionen auf 600 Millionen Einwohner. Die Städte schaffen es jedoch nicht, ihre Infrastruktur diesem explosionsartigen Bevölkerungswachstum anzupassen. Besonders die Wasserversorgung ist seit Jahren überlastet.

Um einer Trinkwasserkrise vorzubeugen, untersuchte das IMTFI 2012 in einem Gemeinschaftsprojekt mit frog, wie finanzschwache Verbraucher in Indien Trinkwasser beschaffen, aufbewahren und nutzen. Auf einer Reise von Ahmedabad nach Delhi erlebte das Team von frog ein ebenso unkoordiniertes wie überlastetes Wasserversorgungssystem: Teilweise besitzen ganze Stadtviertel keinen Anschluss an das Trinkwassernetz und müssen stattdessen durch staatlich organisierte Tanklastwagen mit Wasser versorgt werden. Doch dieser Service ist unzuverlässig und oftmals unzureichend. Viele Slumbewohner haben deshalb eigene Brunnen angelegt, allerdings ist das auf diese Art und Weise gewonnene Grundwasser meistens stark verunreinigt. Um das Problem zu beheben, wurden in Indien bereits in der Vergangenheit eine Reihe privater, zahlungspflichtiger Versorgungsmodelle getestet. Allerdings konnte sich keines von ihnen bis jetzt in einer städtischen Umgebung durchsetzen.

In der Studie „Journeys for Water: Survival Strategies in Urban India“ (deutsch: Wege für Wasser: Überlebensstrategien in Indiens Städten) untersuchte frog die soziale, ökonomische und politische Dynamik indischer Slums und ihren Einfluss auf die Trinkwasserversorgung. Die Forscher beobachteten, wie die unzuverlässige Versorgung die Slumbewohner zwingt, ihren Alltag um die Trinkwasserbeschaffung herum zu organisieren.

Die Lücken in der offiziellen Versorgung bieten aber gleichzeitig auch einen Nährboden für Geschäftsideen. frog nutzt die gewonnenen Erkenntnisse, um zwei potenzielle Investoren beim Ausbau ihres Geschäftes zu beraten: Sarvajal (deutsch: Wasser für alle) ist mit seinem an Geldautomaten angelehnten Verteilungssystem bereits in ländlichen Gebieten erfolgreich und will sein Geschäftsmodell in den nächsten Jahren auf die Städte ausdehnen. Delhi Jai Board ist für die Trinkwasserversorgung von Delhi verantwortlich.

 

 

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