Hilfe zur Selbsthilfe

Fema
Disaster Recovery Centre Innovation

Ein innovativer Ansatz für die Katastrophenhilfe vor Ort

Im Fall einer Katastrophe vergeht oft viel Zeit, bis professionelle Hilfe eintrifft. Wie können die Betroffenen diese Wartezeit nutzen, um ihren Familien, Nachbarn oder anderen Opfern aus der Gemeinde zu helfen? In Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Bundesbehörde für Krisenmanagement entwarf frog ein Konzept für die Selbsthilfe vor Ort. 

In den ersten Stunden nach einer Katastrophe, wenn die Notfalldienste überlastet sind und es keine zuverlässigen Informationen gibt, sind die Betroffenen auf sich allein gestellt. Bis zum Eintreffen staatlicher Hilfe vergehen oft Stunden, Tage – oder sogar Wochen. Dieses Szenario erlebten auch die Mitarbeiter von frog hautnah im Herbst 2012, als das Büro New York von dem Jahrhundertsturm „Sandy“ heimgesucht wurde. Auf diesem Erlebnis basierend entstand ein Projekt, bei dem frog in Zusammenarbeit mit der nationalen Katastrophenschutzbehörde (Federal Emergency Management Agency, kurz: „FEMA“) neue Prozesse für die staatliche Katastrophenhilfe entwickelte. Das Konzept basiert auf dem natürlichen menschlichen Instinkt, anderen zu helfen. Das Ergebnis ist ein von frog erstelltes Handbuch, in dem anschaulich beschrieben wird, wie kommunale Disaster Recovery Center (DRC) aufgebaut werden können und was sie im Ernstfall bis zum Eintreffen des FEMA-Teams bewirken können.

Um das Konzept zügig in die Realität umzusetzen, kooperierte die FEMA sowohl mit internationalen als auch mit regionalen Organisationen. Letztere sind in den USA verantwortlich für den Aufbau kommunaler Katastrophenzentren und die Einleitung erster Maßnahmen unmittelbar nach dem Desaster. Dank der Unterstützung durch Privatunternehmen konnte das Projekt im erforderlichen Umfang sofort umgesetzt und ein landesweites Netz von „DRCs an jeder Ecke“ gespannt werden.

Das Konzept sieht vor, dass jedes teilnehmende Stadtviertel einen sogenannten „Community DRC Marshall“ bestimmt, der als zentraler Ansprechpartner fungiert und gleichzeitig für die Vollständigkeit des Notfall-Equipments vor Ort verantwortlich ist. Im Katastrophenfall überprüft der Marshall zuerst, ob der planmäßige DRC-Standort noch sicher ist. Dann leitet er die Aktivierung des DRCs ein. Dabei kann er sich auf einen von der FEMA bereitgestellten „Erste-Hilfe-Krisenkoffer“ stützen, der Empfehlungen und Materialien für die Beschilderung, das Layout, die Managementstruktur und den Informationsfluss enthält.

Außerdem entwickelte frog ein Tablet-PC für die effizientere Registrierung von Personen und die zentrale Informationserfassung und -weiterleitung, den „Virtual DRC". Mit seiner Hilfe können lokale Gruppen leichter Kontakt zueinander aufnehmen und Selbsthilfemaßnahmen besser und schneller koordinieren. Im weiteren Zeitverlauf können die kommunalen DRCs als zentrale Stützpunkte für staatliche Hilfsmaßnahmen genutzt werden. Wo Unterstützung durch die FEMA erforderlich ist, kann diese nahtlos auf den bereits begonnenen Maßnahmen aufbauen.

Das DRC-Projekt war so erfolgreich, dass frog das Konzept sogar einem hochkarätigen Publikum im Weißen Haus präsentieren durfte. Neben 80 Vertretern des Ministeriums für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security) und der FEMA befanden sich auch der stellvertretende Administrator der FEMA Richard Serino und die Ministerin für innere Sicherheit Janet Napolitano im Publikum.

In einem Pilotprojekt der FEMA werden die kommunalen DRCs und Virtual DRCs nun in der Praxis getestet.

 

 

Array